Forschungsprojekt autarc homes
Erstes schwimmendes Passivhaus weltweit.
Auf einem der schönsten Seen Österreichs wurde das erste schwimmende und drehbare Passivhaus weltweit „gebaut“, in dem auch die Energiegewinnung sowie die Wasserver- und -entsorgung stattfinden wird. Ein Projekt, das über Österreich hinaus unter Fachleuten und zukünftigen „Häuslbauern“ für großes Echo sorgt.
Die Idee
Mit „autarc homes“ sollte ein nachhaltiger, energieeffizienter, umweltschonender und gleichzeitig leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Da die Ausrichtung eines Gebäudes, speziell dessen Verglasung, wesentlichen Einfluss auf das Raumklima hat, sollte die Möglichkeit bestehen, das Gebäude der Sonne nachzuführen bzw. im Sommer auch abwenden zu können, um ein behagliches Raumklima ohne den Einsatz von übermäßiger Energie zu gewährleisten. Ein schwimmendes Gebäude bietet den wesentlichen Vorteil, dass zur Drehung des Baukörpers im Wasser nur sehr wenig Energie benötigt wird. Das Wasser stellt eine nahezu reibungs- und verschleißfreie Lagerung dar, welche dies wesentlich erleichtert.
Das Ziel
„Aus Verantwortung für die Zukunft“ : Die Vision des Bauherren war es, durch entsprechende Forschung und Entwicklung und die konsequente Weiterentwicklung des Passivhauses ein „autarc home“ zu bauen. Solche autarken Gebäude können unabhängig von zentralistischen Systemen (Hausanschlüssen) betrieben werden. So finden die Energiegewinnung und -speicherung sowie die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung bzw. -aufbereitung im Gebäude statt.
Die Innovation
Die Umsetzung von „autarc homes“ erfolgte in drei Schritten. Die Projektstruktur unter der Leitung der WEISSENSEER Holz- System-Bau GmbH gliederte sich wie folgt:
1. „nhhb“ - neue hochwärmedämmende Holzleichtbauweise
Hauptziel des ersten Projektes war die Entwicklung neuer hochwärmegedämmter Holzleichtbauweisen, die für den Einsatz in Objekten im Passivhausstandard geeignet sind. Bei diesem Projekt wurde unter wissenschaftlicher Begleitung vor allem Wert auf die Nachhaltigkeit der Konstruktion sowie eine Minimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs gelegt, ohne die gestalterischen Freiheiten in der Architektur und im Design einschränken zu müssen.
Aufgabenstellungen waren dabei:
- Vereinbarkeit von bauphysikalisch – energetisch und statisch – konstruktiven Anforderungen
- Langlebigkeit der eingesetzten Bau- und Dämmstoffe
- Maßnahmen zur Sicherstellung der Luftdichtheit
- Verzicht auf „konventionelle“ Dampfbremsen
- Sicherstellung der Genauigkeit der Simulationsergebnisse durch Eingabeparameter
- Testen unter erschwerten Klimabedingungen (schwimmendes Haus)
- Überführen der Ergebnisse in die Serienfertigung
2. „SD-Systeme“ - Schwimm- und Drehsysteme im Wohnbereich
Da ein Passivhaus bekanntlich stark von seiner Lage zur Sonne profitiert, kann bei diesem Projekt der solare Eintrag über die großen Glasflächen optimiert werden, indem das Haus vom Morgen bis zum Abend nach der Sonne ausgerichtet werden kann. Ein schwimmendes Passivhaus bietet den wesentlichen Vorteil, dass zur Drehung des Hauses im Wasser nur sehr wenig Energie benötigt wird (eine Fahrradkette auf einem „hometrainer“ genügt). Das Wasser stellt eine nahezu reibungs- und verschleißfreie Lagerung dar.
Aufgabenstellungen waren dabei:
- Kombination der Materialien
- Dichtheit der Konstruktion
- Langlebigkeit der Konstruktion
- Überführen der Ergebnisse in die Serienfertigung
- Testen unter erschwerten Klimabedingungen
3. „autarc homes“
Da der Energieaufwand zum Betrieb eines Passivhauses tatsächlich minimal ist, stellte sich natürlich die Frage, ob so ein Gebäude überhaupt vom öffentlichen Stromnetz abhängig sein soll/muss. Deshalb wurden auf dem Gebiet der Energieversorgung bzw. auch der Energiespeicherung innovative Wege beschritten. Auch beim Trinkwasser und der Abwasserentsorgung waren es die gleichen Aufgabenstellungen, nämlich den schonenden Umgang mit unseren Ressourcen, eine Minimierung des Verbrauchs und damit der Verzicht auf zentrale, aufwändige Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, welche das Projekt begleiteten.
Aufgabenstellungen waren dabei:
- Dezentrale Energieversorgung und Speicherung
- Dezentrale Abwasserentsorgung bzw. Wiederaufbereitung
- Trinkwasserversorgung
- Überführen der Ergebnisse in die Serienfertigung


